Schleimlösung sinnvoll unterstützen

Atemwegsprobleme beim Pferd

31.01.2022
Julia Krug

Schleimlösung sinnvoll unterstützen

Viele Pferde sind verschleimt, ohne dass wir es merken. Das liegt daran, dass der Schleim festsitzt und wir deswegen keine offensichtlichen Symptome wie Husten oder verstärktes Schnauben mit/ ohne Ausfluss feststellen können. Trotzdem bemerken wir eventuell, dass unser vierbeinige Freund sehr matt und abgeschlagen ist. Nur der Tierarzt kann hier feststellen, ob die Lunge verschleimt ist und wird dann ggf. schleimlösende Medikamente verordnen.

Gerade bei Pferden mit leichteren Infekten oder chronischen Atemwegserkrankungen können wir die Schleimlösung auch mit natürlichen Futtermitteln gut unterstützen. Folgenden Kräutern wird beispielsweise eine schleimlösende Wirkung nachgesagt:

  • Thymian
  • Pfefferminze
  • Süßholzwurzel
  • Eukalyptus (Vorsicht bei magensensiblen Pferden!)
  • Isländisch Moos
  • Fenchel
  • Kamille

Außerdem eignen sich Schwarzkümmelsamen sehr gut. Diese unterstützen auch das Abschwellen der Schleimhäute, die häufig zusätzlich gereizt sind. Ich empfehle, die ganzen Samen einzusetzen und diese kurz vor dem Füttern mit einem Mörser zu zerstoßen. So enthalten sie ihre volle Wirkung! Darüber hinaus gibt es ein homöopathisches Produkt, dass ich bei Pferden mit verschleimten Atemwegen gern einsetze oder empfehle: B-Vetsan. Es hilft, den Schleim flüssig zu halten und soll zusätzlich auch das Immunsystem unterstützen. Bisher habe ich hier ausschließlich positives Feedback erhalten.

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Dennoch muss ich sagen, dass kein Futtermittel das ersetzt das, was eigentlich am allerwichtigsten ist: die Bewegung! Der Ofen muss brennen bzw. die Lunge muss durchgepustet werden. Je mehr die Pferde stehen, desto mehr setzt sich der Schleim fest. Auf der Weide oder auf dem Paddock stehen zählt nicht. Die Pferde sollten zusätzlich bewegt werden, damit sich der Schleim löst und abfließen kann. Dazu eignet sich am besten Bewegung (reiten, longieren, frei laufen lassen) mit kurzen Galoppeinheiten und lang gestrecktem Hals. Ausbinder haben hier bitte nichts zu suchen! Das Pferd muss sich strecken können, um abhusten zu können.

Bitte überprüfe darüber hinaus die Haltungsbedingungen, wenn das Pferd zu Atemwegserkrankungen neigt oder sogar chronisch betroffen ist. Wenn das Pferd aufgestallt ist und auf Stroh steht, könnte hier ein Wechsel auf Hobelspäne oder Leinstroh eine Besserung erzielen. Heu- und Strohlager sollten unbedingt separiert werden. Kein Fegen, wenn die Pferde in den Boxen stehen! Wenn staubiges Heu gefüttert wird, muss es unbedingt gewässert werden (oder noch besser ausgetauscht. Denn mit der Raufutterqualität steht und fällt die Gesamtgesundheit eures Vierbeiners). Spinnweben sind Staubfänger und sollten regelmäßig entfernt werden. Generell sollte sich der Vierbeiner so viel wie möglich an der frischen Luft aufhalten.

Was zusätzlich hilft und wovon ich ein großer Fan bin ist die Inhalation. Kein Futtermittel und auch kein Medikament ersetzt meiner Meinung nach das Inhalieren. Und zwar mit einem geeigneten Inhalationsgerät für Pferde. Ja, das ist teuer. Aber ich sage euch: wenn ihr ein Pferd mit chronischer Atemwegsproblematik habt, ist das Gerät jeden Cent wert (und spart sicher zusätzliche Tierarztkosten UND schont eure Nerven). Bitte nutzt hier eine Geräte Marke „Eigenbau“ und auch keine Inhalatoren für Menschen. Die Wirkung ist nicht vergleichbar. Inhalieren könnt ihr beispielsweise mit Kochsalzlösung. Die meisten Pferde genießen es! Aber auch hier gilt natürlich: Inhalieren allein hilft nicht. Damit der Schleim abtransportiert gut abtransportiert wird, hilft wieder nur eins: bewegen, bewegen, bewegen!

 

Bilder & Text: Julia Krug
Beraterin für Pferdefütterungsmanagement & Hundeernährungsberaterin
https://www.futterberatung-krug.de

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